Mit einem 8-Mann-Kader fuhr das Team um Coach Jeske beim ungeschlagenen Tabellenführer BBA Hagen auf, deren Chancen auf Sieg ob des Heimvorteils und der Unterstütztung durch insgesamt fünf NBBL-Spieler gut standen. Ein ungeahntes Comeback im 4. Viertel, der Siegeswille jedes einzelnen Spielers der Südwest Baskets und ein Sahnetag des 16-jährigen Maceo Gulich standen dem jedoch im Weg.

Gingen die Südwest Baskets noch mit einem Rückstand von 16 Punkten in das 4. Viertel, entschieden die Nachwuchsbasketballer aus dem Tal die Schlussequenz mit 43:21 für sich, sodass am Ende ein 101:95-Erfolg zu Buche stand, sowohl die meisten Punkte der Saison als auch die beste individuelle und Teamleistung der SW Baskets, das Spiel eine Augenweide.   Schon in den ersten Minuten des Spiels kristallisierte sich heraus, dass die U18-1 der SW Baskets mit gehörig Selbstbewusstsein und konsequent guten Abschlussentscheidungen angereist war, um dem Tabellenführer aus Hagen ihre erste Niederlage zuzufügen. Maceo Gulich überragte schon im ersten Viertel mit 5 aus 5 von Dreiererfolgen und sorgte somit mit dem konstanten Scoring und Ball Movement von Fuest und Ebbinghaus dafür, dass das erste Viertel mit 4 Punkten an die SW Baskets ging.

Nachdem die ersten Minuten des zweiten Viertels kollektiv verschlafen wurden und man einen 13:2-Run in Kauf nehmen musste, konnte nach taktischen Umstellungen besonders durch in dieser Phase des Spiels elementaren Minuten von Voca, Vitale, Ebbinghaus und Urspruch, die den Topscorern Fuest und Gulich effektiv unter die Arme griffen, wieder mehr Ruhe und Konstanz ins Spiel gebracht werden, dennoch nur 12 Teampunkte im 2. Viertel und ein 6-Punkte-Rückstand zur Halbzeit.   Eine lange Teambesprechung, die auch viel Austausch zwischen den Spielern selbst beinhaltete, was die Bewegung off-ball und die Strategien in der Pick-and-Roll-action angingen, brachte zu Beginn der zweiten Halbzeit den gewünschten Boost, um weiter auf Augenhöhe zu bleiben.

Trotzdessen brachten sich die SW Baskets-Mannen in vielen Situationen durch abenteuerliche Pässe, laissez-faire-Defense und vor allem durch Turnover beim Ballvortrag um den verdienten Lohn hart erarbeiteter Korberfolge am offensiven Brett. BBA Hagen zog Ende des dritten Viertels davon, ein 20:9-Run, in denen die Baskets in manchen Situationen schlicht overpowert wurden; 74:58 zum Viertelende.   Umso imposanter das Auftreten im vierten Viertel: Die Angriffe wurden schnell und hochprozentig abgeschlossen, die Defense ließ kaum mehr offene Würfe oder Drives zum Korb zu und durch übersichtliche Pässe konnte auch die Vollfeldverteidigung der Hagener zu einfachen Korblegerabschlüssen ausgespielt werden.

Peu à peu holten die Südwest-Jungs den Rückstand nun auf und spielten die Hagener Defense schwindelig, schienen gar nicht mehr aufzuhören mit den schnellen Scores Angriff um Angriff. Gulich knüpfte an seine Top-Shooting-Performance aus der ersten Halbzeit an und scorte weitere 3 Würfe von Außen, insgesamt 9 Dreier und 40 Punkte im gesamten Spiel, ein Career-High. Kilic überragte durch Hustle-Plays am offensiven Brett und in der Defense, Fuest und Urspruch mit einem ruhigen Händchen und vielen gut erarbeiteten Channcen von der Freiwurflinie. Durch das gute Scoring Anfang des Viertels hatten die SW Baskets nun Blut geleckt: Ebbinghaus ließ sich keinen Rebound mehr aus den Händen nehmen, Stojakovic nach glücklosen ersten 30 Minuten mit zwei Treffern aus der Distanz, einer davon And-One aus dem Corner.

Nun wurden die Hagener zittrig, verloren ihre Nerven (Technisches Foul durch Wegtreten einer Blackroll auf der Bank), was von den Jungs der SW Baskets mit 8 von 9 Treffern von der Freiwurflinie und unerdmüdliche Defense eiskalt ausgenutzt wurde. In den letzten 2 Minuten scorten die Hagener nur einmal aus dem Feld, während die Baskets 11 Punkte besonders an der Freiwurflinie und durch korbnahe Abschlüsse von Urspruch, Gulich und Fuest abstaubten.   Als nach dem letzten verzweifelten Versuch der Hagener der letzte Rebound des Spiels mit 20 Sekunden auf der Uhr geholt werden konnte, durften sich die Wuppertaler zurecht feiern lassen. 43 Punkte im vierten Viertel bei nur 21 zugelassenen Zählern machten schließlich das Comeback für Südwest perfekt. Hervorzuheben sei hierbei die aufopferungsvolle Teamleistung zum Ende des Spiels und die mentale Stärke, das Comeback zu komplettieren. Überragend natürlich die 40 Punkte von Gulich, ergänzt durch 21 von Fuest sowie wichtige Scores von Stojakovic und Ebbinghaus, dessen Rebounding auch ausschlaggegebend für die defensive Dominanz im Schlussviertel war. Alles in allem ein absoluter Achtungserfolg, der die Spielstärke  und den Siegeswillen aller SW-Jungs unterstrich.

So hält man nun Kontakt zu den Spitzenplätzen und tankt massig Selbstvertrauen für die weiteren Spiele der Saison, das nächste schon am Donnerstag in Leverkusen.  

Punkte: Fuest 21, Gulich 40, Ebbinghaus 15, Vitale 7, Kilic 4, Urspruch 9, Stojakovic 5, Voca  

Freiwurfquote: 79%