Nachdem relativ knapp der Einzug in die Endrunde der U12 Meisterschaft verpasst wurde, nimmt die U12 daher an der Platzierungsrunde teil. Aber auch hier sind durchaus ernst zu nehmende Gegner am Start. Wie ernst die zu nehmen sind, zeigte sich bereits in den ersten beiden Spielen.

Zunächst hatte man die Schalker Knappen zu Gast. Diese präsentierten sich als rustikale, groß gewachsene Kombo. Hier hieß es Körper zeigen, musste man doch schwere Kämpfe unter dem Korb erwarten.
Der Spielverlauf zeigte sich dann aber gänzlich anders. Versuchten die Gäste ihr Heil aus der Distanz, griff unsere Offensive immer wieder den Korb an. Und das auch mit Erfolg.
Bereits zu Beginn erarbeitete man sich ein kleines Polster, welches man im weiteren Verlauf meinte nur noch verwalten zu müssen. Die Gäste kamen aber gefährlich nah ran, bevor sie am Ende dann doch recht souverän mit 76:60 bezwungen werden konnten. Ein rascheliges Spiel, in dem Gästespieler und –eltern verbal sehr fleißig unterwegs waren.

Eine Woche später ging es nach Dorsten. Weite Fahrt, aber die sollte sich lohnen.
Die Gegner zeigten ein gänzlich anderes Bild, als die Gäste der Vorwoche: nur vereinzelt groß, aber sehr flink und gut ausgebildet am Ball.
Die weite Anfahrt war offensichtlich für unsere kids kein Problem, kamen si doch gut ins Spiel. 12:6 nach Achtel eins. Leider war die Besetzung in Achtel zwei alles andere als aufmerksam in der Defense. Dazu noch Pech im Abschluss und so schrumpfte die Führung auf 19:17 zusammen. Nun wussten beide Teams auf welche Spieler es zu achten galt und es entwickelte sich ein reger Schlagabtausch. Ein recht ansehnliches U12 Spiel entstand. Über 28:26, 38:37 (Halbzeit) bis zum 44:44 war nicht zu erkennen, wer am Ende die Nase vorne haben sollte.
Dann kam das sechste Achtel: ein Debakel in der Defense. Unbeholfen lief man ins offene Messer, selber versuchte man den anwachsenden Rückstand mit Brechstangen-Aktionen einzudämmen. Fatale Spielsituation. Das neue Regelwerk verhinderte jegliche Einflussnahme von außen, so dass am Ende dieser leidlichen 5 Minuten der Zwischenstand 48:63 lautete.
Kurzes Durchatmen und mit einem frischen Quintett Schadensbegrenzung betreiben. Das gelang soewit ganz gut, konnte man den Rückstand minimal reduzieren.
Bei einem Zwischenstand von 56:70 und noch ausstehenden 5 Minuten kann man als Coach nur noch alte Weisheiten raushauen, was alles im Basketball möglich ist, wer wann wie welche Rückstände in welcher Zeit schon mal aufgeholt hat und, und, und. Aber so recht glauben… naja. Die Pause, die aufgrund vorzunehmender Korrekturen auf dem Anschreibebericht entstand, verkraftete unser Schlussquartett Grigoryi, Levin, Iasonas und Tristan offensichtlich besser als die Gastgeber. Denn was sich jetzt abspielte, war gesundheitsgefährdend für Eltern und Coach. Levin, dem in seinen heutigen Einsätzen das Pech bei den Abschlüssen nur so am Stiefel klebte, spielte do or die. Penetration mit viel Herz und Biss fanden plötzlich seine Ziele. Grigoriyi zwang mit intensiver Vollfeld-Manndeckung den bisherigen Hauptakteur der Gastgeber zu Fehlern, so dass ihm kaum mehr einen vernünftigen Wurf erlaubt wurde. Iasonas… was soll man noch zu diesem Jungen sagen. Konsequent, bissig, konzentriert. Neben den Defensequalitäten sorgte er in der letzten Minute für den Ausgleich. Bis dahin hatte man einen sensationellen 14:0-Lauf hingelegt, an dem auch Spieler Nummer vier, Tristan, entscheidend zu beigetragen hat. Die Eltern hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Partystimmung in der KIA Baumann Arena zu Dorsten.
Grigoryi krönte seine gute Leistung mit dem entscheidenden Korb eine halbe Minute vor dem Ende. Jetzt hieß es verteidigen, verteidigen. Und das machten alle vier sensationell gut Es kam, wie im ganzen letzten Achtel, kein vernünftiger Angriff mehr zustande und ein Jubel brach aus, als hätte man eine Meisterschaft gewonnen. Ein kleines Basketball-Wunder mehr zu erzählen.

Grigoryi, Bojan, Levin, Tristan, Iasonas, Paula, Darina, Frederike und Timo durchlebten die Berg- und Talfahrt