Wenn am Ende einer Saison all die Anstrengungen eines Teams mit einem Titel gekrönt werden, dann ist es ein einmaliger Moment, den keiner vergessen wird. So erlebte es am Samstag die U16 der SW Baskets beim Final Four in Uerdingen.
Traumhafter konnte sich aus Sicht der Wuppertaler das Final Four nicht abspielen, da es sowohl an spielerischem Geschick als auch an Dramatik alles zu sehen gab, was den Basketball ausmacht.

Im Halbfinale gegen die Iserlohn Kangaroos zeichnete sich bereits ab, dass neben individueller Stärke Teamgeist nötig war, um als Sieger vom Platz zu gehen. Die Kangaroos fanden schneller ins Spiel und starteten mit einem Dreier ihres besten Distanzschützen. Das schien sofort das Selbstvertrauen der Iserlohner zu beflügeln, die als Oberligameister zwar eine Liga unter den Wuppertalern spielten, sich aber im Pokal auf Augenhöhe präsentierten. Die Wuppertaler hielten dagegen und punkteten regelmäßig, konnten ihr gewohntes Spiel aber nicht aufziehen. Das erste Viertel endete dementsprechend mit 20:20. Auch der zweite Durchgang startete mit einem Dreier für Iserlohn, die sich mit einem weiteren Korb vom selbigen Schützen mit 5 Punkten absetzten. Die Wuppertaler stellten nach einer Auszeit ihre Verteidigung etwas genauer ein, was sofort Wirkung zeigte und zu einem Lauf von sagenhaften 19:2 Punkten führte. Hierbei zeichnete sich in der Defense besonders Gian Luca Tiedtke aus, der Iserlohns Topspieler neutralisierte und in dieser Phase auch in der Offense Akzente setzte. Insgesamt übte das Wuppertaler Team so viel Druck auf die Iserlohner Offensive aus, dass sie nach einem kurzen Aufbäumen im dritten Viertel so viel Kraft gelassen hatten und keine konzentrierten Abschlüsse mehr zustande brachten. Ganz anders zeigten sich die Baskets. Tolga Kilic, Max Ludwig, Fynn Schölisch, Niklas von Baum trugen sich ein ums andere Mal neben Topscorer Finn Pook in die Scoringliste ein. Center Torben Schiwek hielt mit seiner Präsenz die Bretter sauber, holte sich einen Rebound nach dem anderen und nahm jede Gelegenheit zum Punkten wahr. Im letzten Durchgang trat allen voran Leonidas Mallmann in Erscheinung, der mit seinem unverwechselbaren Stil und 8 Punkten den Angriff prägte, während vier Spieler der Starting Five bereits auf der Bank Platz nahmen. Adrian Damm lieferte noch als Highlight seinen Signaturemove ab und bewies sein Können. Auch die anderen Bankspieler präsentierten sich stark, so dass der vierte Durchgang mit 19:4 deutlich gewonnen wurde.
Trotz eines anfänglich starken Gegners zogen so die Wuppertaler mit einem Endstand von 82:53 verdient ins Finale ein, für das sich bereits der Gastgeber und Regionalligameister Bayer Uerdingen 05 mit einem Sieg gegen die Bochum AstroStars mit 67:48 im ersten Halbfinale qualifizierte.

Das ersehnte Finale und die Möglichkeit, nicht nur einen wichtigen Titel zu gewinnen, sondern auch den stärksten Konkurrenten zu schlagen, der sich in der Saison zweimal knapp gegen die Südwest Baskets durchsetztee und Regionalligameister wurde, ließ nicht lange auf sich warten.
Die Baskets starteten weniger aufgeregt als noch im Halbfinale, fanden aber in erster Linie vorne über die individuelle Stärke von Finn Pook ins Spiel, der 11 Punkte im ersten Viertel erzielte. Gian Luca Tiedtke brachte sich mit gleicher Intensität in der Defense ein und störte den Spielaufbau erheblich, konnte aber nicht verhindern, dass die Uerdinger jeden Fehler der Teamdefense ausnutzten und ein ums andere Mal spät in der Shot Clock noch zum Abschluss fanden. Das zerrte besonders an der Kondition, die in diesem Turniermodus von besonderer Bedeutung war. Dennoch ließen die Wuppertaler nie ihre Köpfe hängen und spielten konstant ihr Spiel weiter. Die Uerdinger agierten durchaus geschickt und fanden aus ihren Plays zwischenzeitlich zu leichten Punkten, wodurch sie Mitte des zweiten Viertels mit 11 Punkten in Führung gingen. Nach dem Time out gelang es den Spielern sich besser auf die Blöcke der Uerdinger einzustellen und die Baskets kamen wieder auf 5 Punkte heran, allerdings nicht ohne in Foultrouble zu geraten. Mit nur 10 Spielern angereist, fehlten die Alternativen, um Torben Schiwek mit 3 Fouls zu ersetzen und Guard Leonidas Mallmann übernahm seine Aufgaben, welcher aber selber mit 3 Fouls belastet war. Kurz vor der Halbzeitpause musste Leonidas mit fünf Fouls vom Feld. Zudem hatte Finn Schölisch mit einer Verletzung aus dem ersten Spiel zu kämpfen und konnte nur noch sporadisch eingesetzt werden. Die Situation verlangte also von allen verbliebenen Spielern absolute Disziplin und Willen, um das Spiel für sich zu entscheiden. Doch es kam zunächst ganz anders, Bayer Uerdingen konnte sich im Laufe des dritten Viertels durch zwei Dreier in Folge mit 10 Punkten absetzen. Das verlangte um so mehr vom Wuppertaler Team sich nicht beirren zu lassen und an der eigenen Spielweise festzuhalten. Und genau das zeigte das Team. Erik Bamfaste leitete mit seinen Punkten die erneute Aufholjagd ein. Zudem traf Niklas von Baum kluge Entscheidungen, konnte sich so aus einem Play heraus frei machen und war nur durch ein Foul zu stoppen. Die anschließenden Freiwürfe verwandelte er treffsicher zum Zwischenstand von 60:54 für die Gastgeber. Der letzte und entscheidende Durchgang war durch Kampf, wahnsinnigen Spielwitz und Dramatik geprägt. Im Angriff konnte sich das Team auf Finn Pook erneut verlassen, der wieder aus allen Lagen traf und mit einem Rainbowshot vom Parkplatz die erste Führung markierte, gleichzeitig auch in der Defense eine gute Figur machte. Allerdings bekam dieser auch die nötige Entlastung. Vorne durch das besondere Offensivtalent von Tolga Kilic, der ein paar spektakuläre Abschlüsse einstreute. Und hinten durch die starke Teamdefense, angeführt von Tiedtke, der permanent seinem Gegenspieler auf den Füßen stand und das obwohl er mit 4 Fouls belastet war. Die Wuppertaler konnten Uerdingen sogar auf 12 Punkte im vierten Viertel limitieren. Dramatisch verliefen die letzten Minuten dennoch, als Center Torben Schiwek mit seinem fünften persönlichen Foul vom Feld musste und Guard Adrian Damm kalt von der Bank in der entscheidenen Phase ins Spielgeschehen geworfen wurde. Zu diesem Zeitpunkt führten die Wuppertaler mit 71:72. Bayer befand sich nach Fehlwurf der Baskets wieder im Ballbesitz und versuchten das Mismatch zu finden. Die Baskets forcierten einen schwierigen Wurf und Adrian Damm schnappte sich den Defensivrebound und wurde knapp eine Minute vor Schluss sofort gefoult. Das erwies sich als taktisch gute Entscheidung für Uerdingen, da Damm beide Freiwürfe ungenutzt ließ. Aber wenig später sollte er nochmal die gleiche Gelegenheit bekommen. Aus einer ähnlichen Situation wie zuvor wurde Damm wieder an die Linie geschickt und traf diesmal einen der zwei Würfe. Mit zwei Punkten im Hintertreffen stand Bayer unter Druck und entschied sich für einen Wurf aus kurzer Distanz. Diesmal kam es zu einem Foul und einer der Uerdinger Big Men ging an die Linie. Traf jedoch nur einen Wurf. 2,2 Sekunden vor Schluss blieb Uerdingen nur die Möglichkeit Pook zu foulen, der absichtlich den letzten Freiwurf gegen den Ring warf und damit den Gewinn des WBV Jugendpokals für die Süd West Baskets Wuppertal besiegelte. Coaches, Eltern, Fans und natürlich die Spieler konnten ihre Freude nun freien Lauf lassen und sich selbst für all ihre Mühen und Anstrengungen feiern.