Was für eine fantastische Saison unsere U12 der Jahrgänge 2006 und 2007 in dieser Spielzeit aufs Parkett gezaubert hat wird allen Beteiligten wohl erst in einiger Zeit klar werden. Es war bereits vor dem Top 4, welches am gestrigen Sonntag in einem atemberaubenden Rahmen in Paderborn stattfand, klar, dass man zu recht stolz auf diese Jungs sein kann. Denn neben der U18 mit dem westdeutschen Meistertitel in der aktuellen Spielzeit ist die U12 mit der Meisterschaft in der höchsten Spielklasse des Landes das erfolgreichste Team der fünfjährigen Vereinsgeschichte der Spielgemeinschaft und verspricht für die Zukunft so einigen begeisternden Basketball. Dabei zeichnet sich das U12-Team nicht durch Einzelspieler aus, sondern gab dem durch die Fußball-WM bestens bekannten Slogan „Die Mannschaft“ die gesamte Spielzeit eine wirkliche Bedeutung. Jeder der 11 Spieler hatte in der Saison mindestens eins, wenn nicht sogar mehrere Spiele, durch seine tolle individuelle Leistung entscheidend beeinflusst.

Ein Großteil der 11 Spieler des Kaders in Paderborn hatte einen Tag vorher in Witten bereits die Landesligaqualifikation der U14-2 absolvieren müssen, weil aufgrund der Regelung des Verbandes in den zweiten Mannschaften der U14 nur der jüngere Jahrgang spielberechtigt ist. Spätestens nach Ankunft in Paderborn waren die eventuell müden Beine jedoch ganz schnell vergessen, konnte das Heimteam doch einen tollen Rahmen für die Veranstaltung bieten. In der Halle des Zweitligisten herrschte eine tolle Atmosphäre, die Kids konnten sich zum ersten Mal namentlich auf großer Anzeige in der Halle sehen und ein tolles Erinnerungsfoto ergattern, und auch für das Drumherum war bestens gesorgt. So bestaunte man das erste Halbfinale der bestens bekannten Mannschaften aus Paderborn und Köln in toller Atmosphäre, welches die Kölner deutlich für sich entscheiden konnten und ins Finale einzogen.

Anschließend ging es für unsere Südwest Baskets gegen die SG BG Bonn-MTuS, welche am vorherigen Wochenende noch in der selben Jugendherberge in Göttingen untergebracht waren und mit denen man erste Bekanntschaften schließen konnte. In einem mitreißenden Spiel zeigte zu Anfang besonders Gianluca sein offensives Talent und war von den Bonnern nicht zu stoppen. 12:4 für die Baskets nach 4 Minuten, alleine 10 Punkte davon gingen auf sein Konto. Doch die Bonner fanden über ihre Ausnahmespieler Müller und Scheffs stets eine Antwort. Nach 10 Minuten eine knappe 21:19 Führung für die Baskets. Schon früh bekamen alle Spieler der Baskets Einsatzzeit, viele verranten sich jedoch im zweiten Viertel in Unkonzentriertheiten und zu viel Abstand in der Defensive. Folgerichtig ging es mit leicht hängenden Köpfen und einem 45:52 Rückstand in die Halbzeitpause. War das etwa schon alles und die Saison würde mit einem Spiel um Platz 3 beim Kampf um den westdeutschen Meistertitel beendet werden?

Antwort: Nein, nicht mit unseren schon erstaunlich nervenstarken U12ern. Trotz zwischenzeitlichem 10-Punkt Rückstand verteilte das Team die Aufgaben in der Offensive und Defensive auf mehrere Schultern und konnte auf 64:66 vor dem Schlussviertel verkürzen. Dort brannte man selbst mit 34 Punkten ein wahres Offensivfeuerwerk ab, immer wieder sammelte Konrad Punkte am Brett während Jonne, Mick und Gianluca beim Zug zum Korb oft nur per Foul gestoppt werden konnten. Dennoch hatten auch die Bonner immer wieder eine Antwort parat, trotz toller Defense von Till und Jonathan an den starken Aufbauspielern stand es 90 Sekunden vor Schluss noch 92:89 für Bonn. Angetrieben vor den zahlreich angereisten Familien der Spieler und der langen Bank verteidigte man noch intensiver und zwang Bonn zu zahlreichen Fehlern, welche mit Schnellangriffen beantwortet wurden. So konnte man innerhalb von einer Minute 9 Punkte erzielen und sich eine deuliche 98:93 Führung erobern, ehe die Bonner mit der Schlusssirene auf 98:96 verkürzen konnten. Mit der Sirene brach grenzenloser Jubel aus, was für eine Wende mit der man sich den Finaleinzug gesichert hatte!

Nach kurzem Besuch der Innenstadt von Paderborn inklusive WM Spiel schauen und kleiner Stärkung ging es um 17 Uhr parallel zum Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in das Finale gegen die RheinStars aus Köln, in dem deutlich mehr sportlicher Hochglanz als beim parallelen Fußballspiel geboten wurde. Denn wie schon erwähnt ist mit allen 11 Spielern der Baskets stets zu rechnen. In den ersten Minuten des Finalspiels fasste sich Mick ein Herz und brachte die Südwestler schnell mit 7:4 in Führung, ehe ein erster Einbruch erfolgte und die Kölner mit einem Lauf konterten. 14:23 nach 10 Minuten aus Sicht der Baskets. Im zweiten Viertel fand man zur gewohnten Offensivstärke zurück, besonders Konrad und Jonne präsentierten sich stark, jedoch gelang es defensiv nicht die zahlreichen Rebounds einzusammeln und in Tempogegenstöße zu verwandeln. So ging es wie schon im Halbfinale mit einem 40:48 Rückstand in die Kabine.

Alles noch drin für unsere Jungs, jedoch war ein besserer Zugriff in der Defensive nötig sowie klarere Aktionen in der Offensive um den Kölnern den Titel noch streitig zu machen. Trotz hoher Motivation hatte man da die Rechnung leider ohne den überragenden Jung-Aufbauspieler Remagen der Kölner gemacht. Mit erstaunlicher Sicherheit versenkte er gegen wechselnde Verteidigung die Dreipunktwürfe oder zog zum Brett und zog so den Baskets bereits im dritten Viertel den Zahn. 56:78 Rückstand vor den letzten 10 Minuten und nach einer langen, kräftezehrenden Saison war der Tank des Teams einfach leer gegen verdiente westdeutsche Meister aus Köln. 75:92 am Ende nach 40 Minuten tollem Basketball, der sicher noch das ein oder andere Aufeinandertreffen der Teams in den nächsten Spielzeiten verspricht. Gratulation nach Köln, wir freuen uns schon aufs Wiedersehen, und ein großes Dankeschön an die Ausrichter Paderborn Baskets, welche einen mehr als würdigen Rahmen für ein tolles Top 4-Turnier vierer Mannschaften boten, die am Ende nur kleine Nuancen trennten. Dies zeigten nicht umsonst die durchweg knappen Spielverläufe und tollen Aktionen der talentierten Spieler.

Auch wenn sich auf dem Silvermedaillenfoto noch nicht alle Spieler über die tolle Saison freuen konnten, wird sicher bald die Motivation auf den Start der ersten U14 bzw. für viele Spieler auch noch zweiten U12-Saison die Trauer über die Finalniederlage verdrängen. Wir kommen wieder, darauf hat sich das gesamte Team bereits nach Spielschluss eingeschworen, denn neben einem weiteren Top 4 Turnier als Ziel steht in naher Zukunft auch die Frage einer möglichen Qualifikation für die Jugendbasketballbundesliga im Raum. Doch bis dahin steht unseren jungen Wilden des Jahrgangs 2006 und 2007 noch eine Menge schweißtreibendes Training bevor.

Beim Top 4-Turnier im Einsatz:
Mick, Jonathan, Tim, Jonne, Tom, Justin, Till, Gianluca, Alex, Konrad und Marko